Ziele aktiver erreichen

Was sagt die Kugel voraus? Wenn es um die Realisierung von Zielen geht, verlasse ich mich lieber nicht (nur) auf das Schicksal. (Foto: M. Schudel)

Wir schreiben den 6. Jänner 2017 und befinden uns mitten im berüchtigten Januarloch. Weihnachten und Silvester sind bereits Geschichte. Was bleibt da noch? – Eine gewisse Ernüchterung und der leise Zweifel, ob man die erst mit voller Motivation gesetzten Ziele für das neue Jahr doch etwas nach unten korrigieren sollte – so wie letztes und vorletztes Jahr zum selben Zeitpunkt. Nein! Entscheiden Sie sich dieses Jahr für andere Vorgehensweisen.

Wunder aktiver bewirken

Soeben habe ich Mike Shivas Interview in der Coopzeitung gelesen. Sehr ergiebig sind seine Prognosen für das neue Jahr nicht: Neben einer positiven Entwicklung in der Technik sieht er vor allem politische Gefahren auf Europa zukommen. Na ja, die Zukunft findet also statt. Bei allem Respekt für Hellseher, Kartenleger und Prognosen: Ich verlasse mich lieber auf mein eigenes Vorgehen, denn meistens reicht es nicht, auf die Fügungen des Schicksals zu hoffen.  Dabei stelle ich fest, dass es mit der Realisation von Zielen und Wünschen nicht immer so ganz klappt.

Die SMART-Formel kennen Sie bestimmt: Ziele sollen Spezifisch, Messbar, Aktiv erreichbar, Realistisch und Time-oriented (zeitorientiert) sein. Nur eben: Was nützt es, wenn man sie dann trotzdem nicht realisiert?

Ziellos durch die Weiten von Zeit und Möglichkeiten

Je älter ich werde, desto mehr wird mir bewusst, dass mir nicht unendlich viel Zeit zur Verfügung steht und nicht alles realisierbar ist – aus welchen Gründen auch immer. Zwischen Weihnachten und Dreikönigstag nehme ich mir Zeit für folgendes Vorgehen:

  • Ausmisten: Dabei handelt es sich um eine Art vorgezogenen Frühjahrsputz: Ich durchforste Bücherregale, Kästen, Keller, Online- sowie Printordner und entsorge, was sich im vergangenen Jahr angesammelt hat. Mehr über das Ausmisten lesen Sie hier.
  • Blick zurück nach vorn: Interessant ist der Blick um 365 Tage zurück. Was nahm ich mir zu jenem Zeitpunkt vor und habe ich meine Ziele (teilweise) realisiert? Ich denke, dass dies auch der richtige Moment ist, im eigenen Tagebuch noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte zurückzublättern und einige Passagen aus längst vergangenen Tagen durchzulesen. Dabei sollte man nicht in der Vergangenheit hängen bleiben, findet aber manchmal Ideen, Gedanken und Wünsche, die noch aktuell sind. Und damit ist man bei jener Zeit angelangt, die einem eben bleibt, nämlich der Zukunft: Die persönliche oder geschäftliche Standortbestimmung hilft, den Fokus neu auszurichten.
  • Ziele setzen: Mit dem Setzen von Zielen bin ich meistens schnell. Sie kennen das bestimmt auch: Mehr Sport, gesündere Ernährung, eine Weiterbildung, ein neuer Geschäftsauftritt, die Selbständigkeit wagen, doch noch auswandern etc.  Unabhängig davon wie klein oder gross die Ziele sind, die ich mir vornehme: Ich realisiere diese eher, wenn ich sie in kleinere Portionen aufteile und Zeitlimiten setze.

Zeitpunkt ändern

Manchmal liegt es an der Überwindung des inneren Schweinehundes, um seine Tagesprioritäten besser zu organisieren. Sie kennen das Phänomen aus den Fitnesscentern: In den ersten beiden Wochen des Jahres findet man kaum ein freies Gerät, weil sich alle vornehmen, den Winterspeck abzutrainieren. Aber bereits in der zweiten Januarhälfte lichten sich die Reihen beträchtlich und anfangs Februar ist es so, wie es immer war…

  • Tipp: Gehen Sie mittags ins Training, denn abends lockt die TV-Couch. Und wer will schon bei Nacht und Nebel nochmals in die Kälte hinaus?

Ortswechsel vornehmen

Wenn ich ein paar Stunden an meinem Bürotisch sitze und texte, dann holt mich irgendwann der Moment des Überdrusses ein. Ich habe mir darum ein paar Orte gesucht, die ich in unregelmässigen Abständen aufsuche und meine Arbeit dort fortsetze. Das klappt (ziemlich) gut.

  • Tipp: Manchmal hilft eine grössere, öffentliche Lokalität, in der auch andere Leute über Laptops gebeugt ihren Arbeiten nachgehen.

Keine Detailflucht

Ungefähr dann, wenn ich fünf zu verfassende Texte auf meiner Pendenzliste vermerkt sehe, schrillen bei mir die Alarmglocken: Meine Prioritäten sind falsch gesetzt. Meistens verliert man sich in Detailkram, schiebt die „grossen“ Brocken nach hinten, bis irgendwann der Tag zu Ende ist.

  • Tipp: Möglichst früh am Tag sollte man sich einen dieser „grossen“ Brocken vornehmen, sonst gerät der Tagesplan aus den Fugen und man wird missmutig: Die Logik des Misslingens. Da hilft dann auch kein Snickers mehr zum Trost.

Übersicht bewahren

Als Blogger will ich in regelmässigen Abständen meine Texte veröffentlichen: Das bedingt Themenfindung, Recherche, Lektüre, Texten, Redigieren sowie Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Bilderstellung oder -Bearbeitung. Danach folgen das externe Lektorat, die Publikation und der Versand an die Email-Adressen plus der Hinweis in den diversen Social Media.

Wenn ich alle diese Arbeiten „en bloc“ sehe, dann wird mir mulmig und ich würde am liebsten gar nicht erst damit beginnen.

  • Tipp: Legen Sie sich einen übersichtlichen Raster oder Wochenplan zu, verteilen Sie die Arbeiten über die ganze Woche. Um die Übersicht nicht zu verlieren, nehmen Sie sich einmal im Monat Zeit, in groben Zügen zu bestimmen, was Sie in den nächsten 30 Tagen tun werden.

Nehmen Sie sich Zeit dazu. Denn ein Sprichwort sagt: „Gestaltete statt verwaltete ist umarmte Zeit.“

Und lesen Sie unbedingt Berchtold Brecht’s Ballade „Von der Unzulänglichkeit des menschlichen Planens“ aus der Dreigroschenoper! … Damit ist alles wieder relativiert, was Sie je zu Plänen und Planen gelesen oder gehört haben…

Der Mensch lebt durch den Kopf.
Sein Kopf reicht ihm nicht aus.
Versuch es nur, von deinem Kopf
Lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben
Diesen Lug und Trug.

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein grosses Licht!
Und mach dann noch’ nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlecht genug.
Doch sein höhres Streben
Ist ein schöner Zug.

Ja, renn nur nach dem Glück
Doch renne nicht zu sehr
Denn alle rennen nach dem Glück
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihn auf den Hut.
Hast du ihm auf dem Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!

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