Spaghetti essen ist nicht einfach, wenn man falsch vorgeht.

„Spaghettis sind nicht gut, weil sie sich nicht essen lassen wollen.“ Wir sind frustriert, wenn etwas nicht so läuft, wie wir wollen. Dahinter gibt es eine Logik. (Foto: M. Schudel)

Manchmal laufen die Dinge nicht so, wie wir es wünschen: Projekte und Unternehmungen misslingen. Das hat verschiedene Gründe. Meistens wissen wir, wer oder was Schuld daran hat… Es gibt sogar eine Logik des Misslingens, wie Dietrich Dörner in seinem gleichnamigen Buch schreibt.

Schuld sind immer die andern…

Dietrich Dörner ist emeritierter Professor für Psychologie und führt vier Hauptursachen für Misserfolge auf:

  1. Entscheidungsprozesse entwickeln sich nicht so wie vorgesehen.
  2. Massnahmen werden zu schwach oder zu stark dosiert.
  3. Wichtige Voraussetzungen werden nicht berücksichtigt.
  4. Die Schuld für Unzulänglichkeiten wird bei den andern gesucht.

„Misserfolge entstehen durch zu enge Denkfiguren“,  folgert Dörner und schlägt als Lösungsansatz vor, vernetzter und in grösseren Dimensionen zu urteilen, mehr „Teilsysteme“ in das eigene Denken aufzunehmen und miteinzubeziehen, also facettenreicher und vielschichtiger zu reflektieren.

… und die hilflosen Zyniker.

Falsch ist, wenn man

  • keine Situationsanalyse macht, sondern wild darauf losarbeitet.
  • die Fern- und Nebenwirkunken eines Prozesses nicht berücksichtigt, also linear statt kausal beurteilt.
  • sich in Projektmacherei flüchtet und das Projekt nicht als Bestandteil eines grösseren Ganzen integriert.
  • Hilflosigkeit entwickelt, was meistens zu Zynismus führt.

Richtig ist, wenn man

  • entscheidungsfreudiger ist und seine Hypothesen überprüft.
  • die Warum-Frage häufiger stellt und sein eigenes Verhalten hinterfragt.
  • kritische, aber nicht zynische Stellungnahmen abgibt oder abgeben lässt.
  • geplante Massnahmen wirklich umsetzt.
  • die Verantwortung selber übernimmt und nicht delegiert.
  • nicht in Detailfragen hängen bleibt, sondern Probleme grundsätzlich löst.
  • schwierige Fragen nicht länger aufschiebt, sondern dann beantwortet, wenn sie anstehen.
  • mit der gewissen permanenten Unsicherheit während eines Projekts umzugehen lernt.

Gegen Risiken und Nebenwirkungen …

Die Welt, die Menschen und die Zusammenhänge werden in Zukunft nicht einfacher, prophezeiht Dörner. Im Gegenteil: Beziehungen werden dynamischer, komplexer, vernetzter und intransparenter. Das erfordert vermehrt prozesshaftes Abwägen, wobei gerade die Neben- und Fernwirkungen der eigenen Überlegungen nicht ausgeblendet werden dürfen. Andererseits müssen wir darauf achten, nicht einem Gruppendruck zu verfallen und uns gegenseitig aus Konformitätsgründen zu bestätigen.

… am besten mit vielen Zielen vorgehen.

Wenn wir ein Ziel erreichen wollen, so sollten wir wie folgt vorgehen:
1. Informationen sammeln, Situationen analysieren, Prognosen treffen und Ziele entwickeln.
2. Entscheidungen treffen.
3. Realisieren.
4. Resultate kontrollieren, Massnahmen anpassen, Projekt ausrichten oder Neustart wagen.

Wichtig sei, so das Fazit von Dörner,  übergeordnete Ziele nicht zu eng zu definieren, dafür umso mehr Teilziele mit klaren Kriterien zu entwerfen.

Aus: Dietrich Dörner. Die Logik des Misslingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. 2003: Rowohlt.

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