Schreiben und Kochen haben viel gemeinsam.

Schreiben: Ein gutes Essen und ein guter Text haben vieles gemeinsam; beide benötigen viel Zeit, bis man sie servieren kann – und beide sind innert Kürze konsumiert. (Foto: M. Schudel)

Sie kaufen umsichtig  Lebensmittel ein, um ihre Familie zu bekochen. Dabei achten Sie auf Herkunft, Herstellung und Ingredienzen, denn das Essen soll gesund und ausgewogen sein. Sie schleppen die randvollen Taschen im Schweisse Ihres Angesichts nach Hause, räumen in der Küche alles an sein Plätzchen und studieren das Kochrezept noch einmal minutiös, um ja nichts falsch zu machen. Mittlerweile ist es Vormittg, 10.30 Uhr. Sie haben noch knapp anderthalb Stunden Zeit, bis sich Ihre Lieben ins Esszimmer stürzen – und das Resultat Ihrer Arbeit innert Minuten hinunterschlingen.  Wer schreibt und Texte veröffentlicht, dem geht es nicht so ganz anders.

Textrezepte: Man nehme…

Die vielen Stunden, die in Recherche, ins Texten, Redigieren, Lektorieren sowie in die Suche nach passendem Bildmaterial oder in die Optimierung fliessen, interessieren nicht.  Was zählt, ist das Resultat. Hier sind einige Techniken aufgeführt, die Ihnen dabei helfen werden, Ihre Texte ansprechender zu konzipieren und zu verfassen:

  1. Schreiben Sie so wie Sie sprechen: Quetschen Sie Ihr Hirn nicht nach den bestmöglichen Formulierungen aus, sondern schreiben Sie, wie Sie sprechen. Bleiben Sie im Fluss und unterbrechen Sie sich nicht. Danach können Sie Resultatkosmetik betreiben und die Rechtschreibung überprüfen.
  2. Lassen Sie einen Film vor Ihrem geistigen Auge ablaufen und stellen Sie sich Orte, beteiligte Personen sowie andere Begleiterscheinungen vor. Notieren Sie alles, was Ihnen in den Sinn kommt: Gedankenfetzen, Zitate, Bilder und Zusammenhänge.
  3. Keine Panik: Beginnen Sie rechtzeitig und mit einer Frist! Warten Sie nicht zu lange, bestimmen Sie ein Datum, an dem Sie schreiben werden, beraumen Sie genügend Zeit dafür ein und bestimmen Sie selbst eine Frist, bis wann der Text beendet sein wird. So geraten Sie nicht in Panik. Kalkulieren Sie Zeit für die Korrekturen mit ein und lassen Sie das Manuskript gegenlesen.
  4. Versetzen Sie sich in Ihre Leser hinein: Stellen Sie sich die Personen vor, für die Sie schreiben: Was bewegt diese Menschen? Mit welchen Informationen können Sie ihnen behilflich sein? Wie erreichen Sie diese emotional? Übrigens: Sie können Kunden oder Partner auch direkt fragen, wo der Schuh drückt oder die Interessen liegen.
  5. Legen Sie Ziele und Hauptaussagen fest: Worüber wollen Sie genau schreiben? Was sollen Ihre Leser nach der Lektüre tun: ein Produkt kaufen, ein Dokument herunterladen, telefonisch Kontakt aufnehmen oder einfach nur nachdenken? Überlassen Sie den Leser nicht sich selbst, sondern verabschieden Sie ihn mit einem Handlungsaufruf (Call to Action).
  6. Beginnen Sie mit einem guten Titel: Eine überraschende Überschrift ist beinahe die halbe Miete, denn Ihre Leser sollen neugierig werden. Was nützt ein informativer Text, wenn man bereits beim Titel hängen bleibt und auf die nächste Seite abschweift?
  7. Die eigene Persönlichkeit einbringen: Wenn Sie vom Thema emotional selber betroffen sind und ein wirkliches Interesse an ihm haben, so wirkt sich das auf Ihren Text aus. Sie merken das am Schreibfluss oder an den Ideen und Assoziationen, die Ihnen während des Schreibens in den Sinn kommen (oder eben nicht).
  8. Variieren Sie bei den Darstellungsformen und beim Vokabular: Verfassen Sie einmal einen Bericht, dann ein Interview, flechten Sie eine Bilderserie ein oder veröffentlichen Sie bei anderer Gelegenheit eine Checkliste mit wichtigen Punkten. Das ist nicht nur für den Leser interessanter, sondern auch für Sie. Vergrössern Sie Ihr Vokabular: Es hilft dem Textfluss, wenn die Wortwahl variiert. Im Online Lexikon Woxikon finden Sie Synonyme. Auch Zitate – gezielt eingesetzt – beflügeln Ihren Text: Hier finden Sie Zitate für jede Gelegenheit.
  9. Legen Sie eine Pause ein und bewegen Sie sich: Wenn Sie bereits einen beträchtlichen Teil Ihres Textes verfasst haben, machen Sie eine Pause oder – wenn es die Zeit zulässt – schlafen Sie eine Nacht darüber. Wenn Sie nicht in Schreiblaune sind, suchen Sie einen Park oder ein Café auf. Vielleicht setzen Sie sich in ein Tram oder in einen Zug und fahren einige Stationen. So kommen auch Einfälle und Worte in Bewegung.
  10. Eine Geschichte erzählen: Vielleicht lässt sich Ihr Inhalt in eine Geschichte fassen? Storytelling ist das Zauberwort: Eine Geschichte, die das Leben schrieb – mit unterhaltenden Informationen und faszinierenden Fakten. Selbstverständlich muss die Story mit den eigenen Zielen übereinstimmen.
  11. Notizzettel für spontane Einfälle und Phantasieausflüge: Gute Ideen kommen unvermittelt irgendwann, irgendwo und irgendwie, nur nicht immer dann, wenn Sie schreiben. Führen Sie daher stets Schreibzeug mit. Assoziationen bringen auch mögliche Geschichten hervor, die Sie ums Thema ranken können. Haben Sie Mut zu Phantasieausflügen.
  12. „Es gibt keine langweiligen Themen, nur langweilige Autoren“: Sie können jedem Lebensbereich etwas Erzählenswertes abgewinnen. Benutzen Sie Ihre Phantasie und kreieren Sie eine Geschichte.
  13. Kuratieren Sie alte Inhalte: Sie haben bestimmt schon zu diesem Thema Texte verfasst. Lesen Sie diese alten Texte durch, ergänzen Sie sie mit aktuellen Informationen sowie Links und publizieren Sie sie erneut.
  14. Freuen Sie sich darüber, einen Text verfassen zu dürfen, zu verbessern, umzuschreiben und zu veröffentlichen. Betrachten Sie Schreiben nicht als Qual, denn sonst verderben Sie sich die Laune dabei und beissen sich fest.Es ist wie beim Kochen: Mittlerweile koche ich gerne selber und freue mich darauf!

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